Dienstag, 24. Februar 2009

Sansibar, ohh ho oh, Sansibar...





... Vater Rhein und Mutter Afrika...

Sansibar, eine fast politisch autonome Insel im Indischen Ozean, der Ostküste Tansanias vorgelagert. Berühmt, berüchtigt für ihren Gewürz- und Sklavenhandel. Überwiegend muslimisch geprägt.
Mehr zu den Basisinformationen zu Sansibar (engl. Zanzibar) findet ihr ganz leicht im Internet. Deswegen hier nur meine persönlichen Eindrücke, Erlebnisse und Erinnerungen.

Sansibar gehört für mich landschaftlich zu meinen Traumorten der Erde. Ihr schlagt den Reisekatalog aus eurem Reisebüro des Vertauens auf, der den Titel "Traumurlaub an Traumstränden 2009" trägt. Ihr findet euer Traumziel - kristallblaues Meer, weiße, einsame Sandstrände, Lufttemperaturen von 30°-40° C und Wassertemperaturen,
die nicht wirklich eine Abkühlung
bedeuten. Die Strände sind mit Kokosnußpalmen gesäumt und der Bungalow liegt 3 m vom Strand entfernt. Zumindest bei Flut ;) So ist Sansibar, zumindest an der Östküste der Insel.
Auf diesem Bild siehst du den Flachwasserbereich bei Ebbe. Wenn man da hindruch watet, ist das wie in einer Salzwüste - erbamungslose Hitze, kein Schatten, das Licht wird von den Wasserpfützen reflektiert und brennt dir in deine Hornhaut (deswegen auch die modisch sehr fragliche Kombi aus Kopftuch und Sonnenbrille - keine Angst, ich bin nicht konvertiert!). Das salzige Brackwasser frisst an deinen Füßen. Ungelogen, so habe ich gefühlt als ich nur 20 min. lang versucht habe, das offne Wasser bei Ebbe zu finden - für mich ein Ding der Unmöglichkeit. Und bei solchen Bedingungen gehen die Frauen des kleinen Fischerdorfes Jambiani, indem ich war, Tag für Tag bei Ebbe raus, um das Seegras zu ernten, was im Meer angebaut wird. Seegras wird z.B. für pharmazeutische und kosmetische Zwecke gebraucht. Naja, ich kann euch sagen, dieser Knochenjob wäre nichts für mich.

Die Flut war immer morgens und am späten Nachmittag da, so dass man 2 mal täglich schön im Wasser entspannen und die Seele baumeln lassen konnte, was ich auch wirklich nach einem halben Jahr Arbeit ohne Pause und meinem stressigen Referendariat dringend nötig hatte. Aber bei einem solchen Anblick viel mir das wirklich nicht schwer. Das Foto in der Abenddämmerung ist übrigens von meiner Bungalowterrasse aus fotografiert.

Urlaubsvorbereitung und anderer Stress

So, da bin ich wieder - nach langer Abstinenz auf meinem Blog. Die kann ich aber ganz leicht damit erklären, dass die Zeit zwischen Weihnachten und Neujahr und auch die darauffolgende Zeit furchtbar stressig waren im Büro. Zudem ich mich neben dem hier herrschenden Bürochaos auch noch um meine Urlaubsvorbereitungen kümmern musste - oh, welch eine Bürde ;)
Naja, zu diesen Vorbereitungen gehörte auch der Erhalt meines Jahresvisum für Ruanda, was gar nicht so einfach war. Für dein Verständnis, warum das nun so kompliziert war, ist es vielleicht gut, die Vorgeschichte dazu zu kennen. Als Deutscher darf man sich nach Einreise in Ruanda ohne weitere Erlaubnis nur 3 Monate lang aufhalten. Wer länger bleibt, so wie ich also, muss ein längerfristiges Visum beantragen. Bisher war es ein ungeschriebenes Gesetz unter deutschen Freiwilligen in Ruanda, dass sie, um diesen schweren Gang zu den Behörden zu umgehen, alle 3 Monate in ein Nachbarland ausgereist und kurz darauf wieder "neu" in Ruanda eingereist sind. Somit erhält man dann als deutscher "Tourist" immer wieder die 3 monatige Berechtigung, sich in Ruanda aufzuhalten. Allerdings ist diese Geschichte eher halbseiden. Wenn die ruandischen Behörden dir "ans Bein pinkeln" wollen, kannst du auch im schlimmsten Fall im Gefängnis landen, was besonders hier in Ruanda nicht viel Spaß macht (ihr erinnert euch: Genozid-Mörder, allgemeine Zustände in Gefängnissen der 3. bzw. 4. und 5. Welt, usw.). Nun, gut, weil das eben so 'ne Kiste ohne Garantie für die Freiwilligen ist, hat unser "Boss" für uns mit der "Faust auf den Tisch gehauen" und eine offizielle Beantragung eines Jahresvisums für uns verlangt - auf Kosten des Hauses (an dieser Stelle möchte ich einen Dank an unseren Chef aussprechen: dankeschön Michael!!!). Nun gut, das Visum wurde schließlich fristgerecht bei den ruandischen Behörden beantragt. Zu unserem Pech nur leider kurz vor Ausbruch der diplomatischen Spannungen zwischen Ruanda und Deutschland. Mein Visum wurde Mitte November beantragt und erhalten habe ich es dann in der Woche, in der ich nach Tansania gereist bin. Zwischendurch haben mich die Behörden immer wieder mit ein paar kleinen, meiner Meinung nach, Schikanen geärgert wie z.B. Führungszeugnis als Kopie - nein doch lieber als Original; Bestätigung des Arbeitsverhältnisses von seiten der Arbeitsstelle - ach nein doch bitte lieber den kompletten Arbeitsvertag, aber natürlich ins Englische übersetzt; usw.... Doch letztendlich haben sie sich meiner nach den ganzen Spielchen doch erbarmt und mir das Jahresvisum ausgestellt. Das Ganze hat sich übrigens über mehr als 2 Monate gezogen! Wieder einmal eine Geduldsprobe für meine europäische Weltanschauung. Aber ich kann dir sagen, in der letzten Woche ist mir der Geduldsfaden echt geplatzt, weil ich ohne dieses Visum nicht hätte ausreisen dürfen und indem Falle hätte es dann richtig ärger gegeben. Puh, aber zum Glück hat zu guter Schluss doch noch alles gepasst.
Nachdem dann auch das geklärt war, konnte ich in Ruhe meine Vorbereitungen für Tansania (Sansibar und Bagamoyo) abschließen und mich auch wider auf die eigentliche Arbeit im Büro konzentrieren. Am Samstag, den 24.01.2009 ging es dann endlich los. Sansibar, ich komme...