Samstag, 22. November 2008

Urlaub in der Festung

Am Mittwoch fand hier ja diese riesige Demo statt. Aus diesem Grund war das Büro geschlossen und wir durften weder raus aus der Jumelage, noch jemanden rein lassen. Von der Demo bekamen wir aber gar nichts mit, weil zufällig der kenianische Präsident im Serenahotel nebenan residierte und somit für ihn unsere ganze Straße gesperrt war und von Polizei strengsten überwacht wurde.
Es gab sogar ein paar mutige Muzungus, die in sich am Mittwoch ganz normal in der Stadt aufhielten und uns berichteten, dass nichts Erwähnenwertes passiert sei - außer eben der Demo.

Dank der Ruander hatten wir also am Mittwoch einen schönen Urlaubstag. Am Vormittag sonnte ich mich bei 30 °C. Und danach haben mir meine beiden Mitbewohner Poker beigebracht :). -Mach mich gar nicht so schlecht bei diesem Spiel und überlege, ob ich hier damit nicht ein Bissel mein Taschengeld aufbessern könnte.

Gestern kam ich mit dem Bus aus der Stadt nach Hause und habe erzählt bekommen, wie zwei Ruander mich angepöbelt haben (wurde mir übersetzt), weil ich Muzungu bin und dazu wahrscheinlich noch Deutsche sei. Daraufhin hat dann der halbe Bus Partei für mich ergriffen und gemeint, die beiden Typen wären dumm und haben sie ordentlich zurecht gewiesen, was sie denn für einen Schei... erzählen würden. Der ganze Bus hat über die beiden gelacht. -Na, so viel Zivilcourage vermisst man doch schon sehr in Deutschland!!! -Und so viel dann auch zu den Vorurteilen "wildes, unberechenbares Afrika"!!!

Heute (Samstag) habe ich Muskelkater vom gestrigen Karatetraining. Ich werde mich gleich mal in die Sonne legen, noch ein Wenig schlafen bzw. chillen und irgendwann später zum Markt einkaufen gehen.

Wünsche ein schönes Wochenende.
Bis demnächst!

Freitag, 14. November 2008

Die Ruhe nach dem Sturm

Seit gestern sehe ich die momentane politische Situation zwischen Deutschland und Ruanda wieder gelassener. Ich habe mich mit einigen Ruandern darüber unterhalten und habe dadurch feststellen können, dass sich das ganze wirklich nur auf politisch/ diplomatischer Ebene abspielt. Die Ruander, die ich hier kennengelernt habe, waren eher besorgt um uns, als dass sie jetzt irgendeinen Groll gegen uns hegten. Nachdem mir das klar war, konnte ich gestern Abend -auch nach Einbruch der Dunkelheit- unbekümmert auf die Straße gehen. Und siehe da, es gab keine Probleme. Im Gegenteil, alles lief ganz normal, wie gewohnt und völlig ruhig. Die Leute grüßten mich wie gewöhnlich sehr freundlich und das, owohl sie doch wissen, dass ich Deutsche bin. Also, kein Grund zur Besorgnis. Mir geht es gut - zumindest fast. Heute morgen bin ich mit etwas Halsschmerzen aufgewacht. Hoffe, dass sich damit nicht der nächste Krankheitsanfall ankündigt, sondern nur so ein Eintagszwicken im Hals bleibt.
Bis eben hatten wir hier noch voll das schöne Wetter, doch plötzlich, von einer auf die andere Sekunde, kam ein heftiger Sturm auf. Es blies uns auf der Terasse die ganze Tischdekoration auf Seite und kurz darauf platze der Regen auch schon aus den Wolken. Zwar hat es jetzt zu regnen aufgehört, aber der Himmel ist immer noch mausgrau und die Temperaturen hängen immer noch im Keller. Eigentlich wollte ich doch heute auf's Training gehen... Die Zeichen dafür stehen jedoch wahrschlich schlecht. Dafür gibt's heute Abend eine Gratisparty privat bei einer DED'lerin zu Hause. Mal schauen, vielleicht werde ich da mit ein wenig Alkohol versuchen meine Bakterien im Hals zu vernichten ;)
Stay tune, bis zum nächsten Mal!

Mittwoch, 12. November 2008

Mittendrin, statt nur dabei - Klappe die zweite!

Heute habe ich erfahren, dass es bereits Verbalattacken gegen Deutsche und auch gegen deutsche Mitarbeiter aus unserem Büro hier gegeben haben muss. GTZ, DED und wir arbeiten jetzt zurückhaltender, d.h. wenn es nicht unbedingt sein muss, fahren wir nicht raus auf´s Land. Es gehen momentan so viele Spekulationen in alle Richtung umher, so dass mir ganz schwindlig wird, wenn ich über die einzelnen Möglichkeiten, wie sich das alles hier noch zuspitzen könnte, nachdenke. Es gibt natürlich auch viele, die sagen alles sei halb so wild und das es nur strategisches Machtgetue auf politischem Niveau sei. Das mag ja sein, aber die politische Ebene ist es eben nicht, die mir Kopfzerbrechen bereitet. Ich denke an die vielen einfachen bildungslosen Menschen hier in Ruanda - obrigkeitsgläubig, eingeschüchtert von den herrschenden Autoritäten - die mit einfachen Propagandamitteln leicht für eine Sache zu begeistern sind. Welche Interessen sie schließlich umsetzen, blicken die wenigsten. In Anbetracht der Tatsache, dass wir uns hier in einem scheinbar undurchdringbaren Interessendschungel befinden, wird mir mittlerweile auch mulmig.
Eben war ich kurz auf der Straße. Mir gegenüber hat keiner eine blöde Bemerkung gemacht oder mich schief von der Seite angesehen. Wüsste ich nicht, was sich momentan zwischen Ruanda und Deutschland abspielt, könnte ich echt glauben, das alles wie immer sei. Doch obwohl es keine besonderen Vorkommnisse auf der Straße gab, war da dieses unwohle Gefühl in meinem Bauch.
Der deutsche Botschafter reist ürbigens morgen früh aus. Es gibt auch Gerüchte, die behaupten Kagame, der ruandische Präsident, und er wären gute Freunde und weil der Botschafter nicht gerne in Ruanda lebt, hätten die beiden das so eingefädelt, dass der Botschafter sich eine Verschnaufpause in "good old Germany" gönnen kann. Naja, mag vielleicht sein, aber es ändert ja nichts am Pöbel hier. Hoffe, das eben der ruhig bleibt und nicht aufeinmal wie ein wild gewordenes Rhinozeros lostrampelt.

Dienstag, 11. November 2008

Politik - Mittendrin, statt nur dabei

Mh, sicherlich hast du bereits aus den Nachrichten erfahren, dass momentan das Verhältnis zwischen Ruanda und Deutschland auf Grund der Verhaftung der ruandischen Protokollchefin Paul Kagames (ruandischer Präsident) sehr gespannt ist. Ansonsten informier dich mal darüber, damit du weißt, was ich meine. Ich habe gestern nichts von den Demonstationen vor der deutschen Botschaft mitbekommen, weil ich im Außendienst war. Aber meine Kollegen berichteten mir ganz aufgeregt davon. In ganz Kigali seien ab 14 Uhr alle Geschäfte für 2 Stunden geschlossen gewesen. Meine beiden Mitbewohner haben eine SMS erhalten, in der auf kinyarwandisch darauf aufgerufen wurde, zu demonstrieren. Sarah war das ziemlich unheimlich. Heute hat man die Demonstrationslaute bis zu unserem Büro gehört (allerdings liegt die deutsche Botschaft auch nicht so weit von uns entfernt). Als ich an das Tor ging, um herauszufinden, was das für ein Lärm auf der Straße sei, erklärte mir unser Wächter, dass es die Demonstranten seien. Eben, so gegen 21.30 Uhr haben wir dann hier aus dem Radio erfahren, dass der deutsche Botschafter innerhalb von 48 Stunden Ruanda verlassen muss, bis die Angelegenheit mit seiner Protokollchefin gelöst ist. Was das nun für uns als Deutsche hier in Ruanda bedeutet, weiß ich allerdings noch nicht. Ich bin wirklich mal gespannt, was das morgen alles geben wird. Meine Mitbewohnerin hatte ja heute schon ein mulmiges Gefühl, als sie raus auf die Straße ging. Ich selbst kann die Stimmung der Menschen hier den Deutschen gegenüber gar nicht so richtig einschätzen, da ich diese Woche noch gar nicht aus der Jumelage herausgekommen bin. Wir werden wohl erst noch bis morgen warten müssen, um zu erfahren, wie es weiterläuft. Ich hoffe, dass wir von unseren Kollegen und auch von unserem Chef mehr Details erfahren werden und dass sie uns Tips geben, wie wir mit der Situation am besten umgehen können. Ich werde dich auf dem Laufenden halten, wie sich die Dinge hier vor Ort entwickeln. Ich hoffe nur, dass ich in dieser Situation überhaupt ein Visum von den ruandischen Behören ausgestellt bekomme. Drück mir und meinen beiden Kollgen die Daumen! Es ist schon komig. Am Sonntag war hier alles noch in Ordnung und auf einmal ist man irgendwie mittendrin statt nur dabei.

Sonntag, 9. November 2008

Mir geht´s noch gut!!!


Halli, hallo!
Ich weiß, ein Bissel Zeit ist schon vergangen seit meinem letzten Eintrag. In der letzten Zeit gab es viel zu tun und nebenbei war ich mal wieder krank (nichts schlimmes, aber nervig). Aber jetzt bin ich wieder wohl auf und hoffe auch, dass ich nächste Woche endlich mal so richtig mit meinem Sportprogramm durchstarten kann. Die ganze Zeit krank zu sein, geht mir nämlich ganz schön auf die Figur ;). Was mich hier voll ärgert ist, dass ich jedes Mal, wenn ich mir etwas Geld zusammengespart habe, um mir hier mal etwas besonderes zu leisten (wie z.B. ein schöne Handtasche, ein Tuch oder sonst etwas, worauf Frauen im Allgemeinen eben so abfahren), das Geld immer für die hohen Arztkosten verwenden muss. Die Ärzte machen hier auch mit jedem Sch... Kohle: Probe hiervon, Probe davon, Beratung, Karteikarte, Labor usw. Alles wird extra berechnet. Das nervt wirklich.
Aber hier nochmal ein kleines Schmankerl für dich. Diese Woche war ich an einer kleinen, sehr abgelegenen Schule im Süden Ruandas (westlich von der Stadt Butare), um eine komplette Traditionstanzausrüstung an der Schule zu verteilen. An der Schule wurde ich herzlich empfangen und eingeladen an einer Tanzvorführung teilzuhaben. Und da trug es sich zu, dass ich sogar ein paar Hufe mit zum Takt schwingen musste (s.o.).

Freitag, 24. Oktober 2008

Regenzeit

Ruanda befindet sich ja derzeit in der "Kleinen Regenzeit", die etwa von Mitte September bis November dauert. Eigentlich ist das nichts Besonderes. Es ist dann ähnlich wie bei uns in Deutschland im Sommer: es regnet hier dann kräftig 1-2 mal am Tag und die meiste Zeit scheint die Sonne und alles grünt. Es ist jedoch sehr ratsam hier während der Regenschauer irgendwo im Trockenen zu sein, da man ansonsten sehr schnell pitsch-patsch nass und total verdreckt ist. In den letzten 3 Tagen war der Himmel jedoch nur bewölkt und für tropische Verhältnisse war es hier richtig kalt. Das blöde ist am bewölkten Himmel, dass unser warmes Dusch- und Spülwasser Solar beheizt wird. Somit mussten wir zu allem Übel noch die letzten Tage ohne warmes Wasser duschen, was mich persönlich sehr betrübt hat. Aber das gehört hier zu den kleinen Luxussorgen eines Muzungus (Weißer). Wie gesagt normalerweise ist das hier gar nicht so dramatisch mit der Regenzeit innerhalb der Stadtmauern von Kigali City, aber vorgestern ist unser Büroareal beinahe abgesoffen. Aber das kannst du dir hier auch gerne mal selbst ansehen.


Montag, 13. Oktober 2008

Außendienst

Wenn ich nicht gerade den formalen Schreibkram im Büro verrichte, befinde ich mich im "Außendienst". Das bedeutet, dass ich von einem Fahrer der Jumelage begleitet und meistens voll gepackt mit Schulmaterial für mindestens eine, meist aber zwei Schulen auf´s Land düse. Das Material, was ich dann dort an den Schulen bzw. an die einzelnen Schüler verteile, finanziert sich aus Spenden, die meist von den deutschen Partnerschulen gesammelt wurden. Die ruandischen Schulen erhalten von uns darüber einen Spendenbescheid und teilen uns dann mit, welche Dinge dringend benötigt werden. Meistens belaufen sich die Bestellung der Schulen dann auf Material für die Schüler (und davon besonders auf die dringend Bedürftigen wie z.B. Vollwaisen, von denen es in Ruanda u.a. durch den schrecklichen Krieg von 1994 leider viel zu viele gibt!). So setzt sich eine Bestellung oft einfach nur aus Heften, Bleistiften, Kugelschreibern, Radiergummis und Schreibtafeln zusammen. Sachen, die für unsere deutschen Schüler im schulischen Alltag einfach selbstverständlich sind. Aber hier in Ruanda eben nicht - umso trauriger war ich bei dem Abschied von dieser Schule, die du hier im Video erlebst, weil das verteilte Material noch nicht einmal für einen Bruchteil der Schüler gereicht hat. Doch umso glücklicher waren diejenigen, die etwas davon erhielten. Spontan legte eine Gruppe von Schülern los, nachdem das "Dienstliche" eigentlich schon längst erledigt war. Aber seht selbst...


Auf dem Weg der Besserung

Heute habe ich zum ersten Mal wieder gearbeitet. Ich muss ehrlich gesagt gestehen, dass ich das sehr erleichternd fand, da mir letzte Woche gegen Ende doch die Decke auf den Kopf gefallen ist, nachdem mich der Arzt die letzte Woche krank geschrieben hatte. Am Wochenende bin ich mit meinen Mitbewohnern dann zu Fuß zum nächsten Markt in Nyamirambo gegangen, um Essen einzukaufen. Nyamirambo liegt gleich in der Nähe von der Jumelage und ist ein munteres, buntes und belebtes Muslimenviertel, in dem die Hälfte meiner Kollegen vom Büro wohnt. Wir sind gerne dort, da dort immer viel los ist und die Leute dort wirklich nett sind. Doch an diesem Wochenende habe ich bei unserem Einkauf meine körperlichen Grenzen gespürt. Das war dann doch etwas zu viel für meinen angeschlagenen Körper. Zu Hause angekommen, hab ich mich direkt hinlegen müssen. Daselbe Spiel hatte ich dann sonntags auch, nachdem ich von meiner Deutschstunde zurückgekehrt bin. Gestern Abend war ich dann total geplättet, so dass ich schon befürchtete heute gar nicht zu Arbeit gehen zu können. Aber zum Glück habe ich mich über Nacht doch sehr gut erholt. Zwar musste ich bei der Arbeit noch langsam machen, aber an sich geht es mir heute auf jeden Fall wieder entscheidend besser. Zudem habe ich seit dem Wochenende auch keine nennenswerten Schmerzen mehr. Müsste ich heute nicht noch zum Arzt und hätte ich nicht mehr das Plaster am Arm, würde ich meinen, nie etwas gehabt zu haben. Aber wie gesagt... ich muss jetzt mal zum Arzt. Also bis die Tage

Eklige Schreckensbilder, aber halb so wild

Also hier wie versprochen ein paar kleine Impressionen meines tropischen Abzesses. Sieht wie schon vorher erwähnt extrem eklig und übel aus, ist aber in Wirklichkeit nur halb so wild. Hat mir nur die letzten beiden Wochen große Schmerzen bereitet.

Aber egal...









Donnerstag, 9. Oktober 2008

Krankheiten und andere eklige Dinge (nichts für zarte Gemüter!!!)

So, du weißt natürlich, dass Rwanda genau in den Tropen liegt. Aus diesem Grund hat dieses charmante Land nicht nur eine atemberaubende Landschaft, sondern auch viele sonderbare Krankheiten und andere eklige Dinge zu bieten.

So hatte es sich letzte Woche zugetan, dass sich an meinem Unterarm zwei kleine Insektenstiche (keine Ahnung welches Tier mich da erwischt hatte), die ich aufgekratzt hatte, entzündet haben und zu einer beeindruckenden Vulkankette angeschwollen sind. Die Sache an sich fand ich eigentlich sehr faszienierend, wenn da nicht diese höllischen Schmerzen gewesen wären. Nachdem gegen Wochenende einer der beiden Entzündungsherde aufgegangen ist, beschloss ich also montags zum Arzt zu gehen. Der erklärte mir dann, dass das keine große Sache sei. Mit solchen Abzessen hätten viele Touristen hier Probleme. Die Abzesse würden so höllisch wegen dem Eiter schmerzen, wären aber ansonsten harmlos. Tolle Wurst, noch nicht einmal eine Sache mit der ich angeben kann, wie z.B. ich habe 5 Malaria hintereinander überstanden oder so ähnlich. Naja, wie gesagt grausame Schmerzen, aber ansonsten nicht der Rede wert. Seit Montag wurde mir bisher täglich der Eiter ausgedrückt, die Wunde gut desinfiziert und gleich darf ich schon wieder in die Praxis. Der Doc möchte jetzt versuchen den zweiten Entzündungsherd mit einer Nadel zu öffnen, um dort ebenfalls für Linderung zu sorgen. So bin ich jetzt schon die ganze Woche krank geschrieben und langweile mich zu Tode. Bei einem Einkaufsversuch diese Woche (irgenswas muss man ja essen), merkte ich schon schnell, dass mein Körper durch die Antibiotika und die Schmerzmittel ganz schön lahmgelegt wurden ist. Sitz ich einfach nur rum, geht´s mir prima, sobald ich aber versuche mich ernsthaft auf eine Sache zu konzentrieren oder mich gar körperlich ein wenig zu betätigen ( z.B. gehen), meldet sich direkt mein Kreislauf und richtet mir aus, wie schwach ich doch bin.
Wer jetzt so richtig auf Sensation steht und starke Nerven hat, kann sich im nächsten Post gerne Fotos von meiner Unterarmkraterlanschaft angucken. Aber sei gewarnt...

Mittwoch, 8. Oktober 2008

Eindrücke aus der Hauptstadt Kigali






































Der Hügel, der hier im Bilde langsam aufsteigt, nennt sich "Kimihurura". Kigali besteht eigentlich nur aus Hügeln. In den Tälern liegen meist Grün- bzw. Brachflächen, wie man in diesem Bild vielleicht sogar noch erahnen kann. Naja, jedenfalls muss ich sonntags immer auf diesen Hügel fahren, weil ich dort 2 Schülern ein Bissel dabei helfe, ihre Deutschkenntnisse zu verfestigen. Man erreicht die verschiedenen Stadthügel eigentlich alle ziemlich gut mit den Taxibussen.

Ein Beispiel für einen dieser Busse zeigt dieses Bild. In diesem Fall siehst du hier das große Modell, dass wirklich sehr komfortabler ist. Im Hintergrund erkennt man das kleine Standardmodell (gelb), da sitzt man dann wie Sardinen in der Dose beieinander und mit 1,63 m Körpergröße habe sogar ich darin manchmal Probleme mit meiner Beinfreiheit . In der Regel riecht es in den Bussen immer ein Bissel streng nach Schweiß und man muss schon etwas Zeit mitbringen, wenn man die benutzen will, da kein Fahrtplan existiert. Die Busse kommen irgendwann an der Haltestelle an und fahren erst wieder los, wenn der Bus auch wirklich voll ist, damit sich die Fahrt auch lohnt. So eine Fahrt kostet dann zwischen 100 und 200 Rfr (je nach Bus und Befüllung mit Fahrgästen). Das sind umgerechnet ungefähr 0,25 €. Will man irgendwo aussteigen, dass muss dann auch nicht unbedingt ne offizielle Haltestelle sein, klopft man einfach am Fenster und sagt, dass man aussteigen möchte.

Die Bilder zeigen einfach ein paar Ecken, an denen ich vorbei komme, wenn ich vom Karatetraining mit dem Bus zurückkomme. Man erkennt z.B. die typisch rote Erde. Nebenbei erwähnt, nur die Hauptverkehrsstraßen in Kigali (und auch Rwanda selbst) und die Staßen der vornehmen Wohngebiete sind asphaltiert. In den "normalen" Wohnvierteln bestehen die Straßen also wie gesagt nur aus dieser roten Erde.

Dienstag, 7. Oktober 2008

Rwanda - Land der Tausend Hüge

"Sehen ist anders
als erzählt bekommen."

(Weisheit aus Kenia)

So, nachdem du dir sicherlich auch ein paar Bilder aus dem Land ersehnt hast, soll dir hier nun zum ersten Mal der Wunsch erfüllt werden.

Das Bild entstand bei einer dienstlichen Reise Richtung Norden. Das Ziel dieser Reise war die Primarschule Ruhunga ganz weit oben auf einem der 1000 Hügel in Rwanda. An dieser Stelle würde ich dir gerne genau mitteilen, auf welcher Höhe sich diese Schule befand, aber leider ist meine Rwandakarte nicht so genau. Aber schätzungweise befand ich mich dort auf über 2000 m NN.
Ist das nicht eine herrliche Aussicht und diese gibt es im ganzen Land gratis...

Donnerstag, 18. September 2008

Feierabend und Einkäufe

Ich arbeite hier im Rahmen des Weltwärtsprogramms des BMZ über das DRK Rheinland-Pfalz (RLP) für ein Jahr im Koordinationsbüro der Partnerschaft RLP/Rwanda in Kigali. Mein Job ist es, dazu beizutragen, dass die Kommunikation zwischen dem Land RLP und Rwanda reibungslos abläuft. Ich arbeite im Schulbereich und betreue somit sowohl Patenschaften mit einzelnen ruandischen Schülern als auch Schulpartnerschaften. Dabei entsteht natürlich ein Haufen Papierkram, der eben auch gemacht werden muss und tata... da komme ich mit ins Spiel. Hauptsächlich arbeite ich also im Büro und helfe mit, den formalen Ablauf zu koordinieren. D.h. für mich morgens um 6.30 Uhr aufstehen (also für mich eigentlich mitten in der Nacht) und um 7.30 Uhr geht´s dann richtig los mit der Arbeit. Über den Tag verteilt habe ich dann hier mal ne Kaffeepause und da mal ne Mittagspause bis ich dann um 17.00 Uhr Feierabend machen kann. Das mit dem frühen Aufstehen ist hier eigentlich gar nicht so schlimm, weil es hier ab 6.30 Uhr schon hell ist. Dafür erweist sich aber der Feierabend immer als etwas schwierig, weil es eben auch schon entsprechend früh, nämlich um 18.30 total düster ist. Ich habe dann ab 20.00 Uhr immer schon das Bedürfnis, ins Bett gehen zu müssen. Für mich sind es dann nämlich immer schon gefühlte 0.00 Uhr. Allerdings reicht der Feierabend gerade so aus, um schnell das nötigste Einkaufen zu gehen, sich was zu Essen zu machen, um anschließend noch ein wenig Zeit zu entspannen. Wenn es dann tatsächlich mal nach 0.00 Uhr bei mir wird, ist das schon ne Leistung. Immer wieder auf´s neue aufregend sind dann auch die Besorgungsgänge nach Feierabend. In den , wenn überhaupt, nur begrenzt beleuchteten Straßen stolpere ich hier und da immer mal wieder über einen riesig hohen Bordstein oder plumbse mit einem Fuß ins nächste Loch. Endlich im Geschäft angekommen ist es wie bei einem Roulettespiel wieviel man heute vielleicht für die Bananen bezahlt. Aber egal wie hoch der Preis für frisches Obst und Gemüse sein sollte. er liegt bei Weitem unter deutschen Preisen. Aber mit meinem schmalen Budget muss ich halt auch eben ein Bissel haushalten und kann ich nicht leben wie Gott in Frankreich. Was hier ganz toll ist, ist der große Supermarkt geich um die Ecke (gefühlte 10 km Berg ab und wieder Berg auf-denn Rwanda wird ja nicht umsonst "Land der 1000 Hügel genannt!!!) der rund um die Uhr geöffnet hat. Da bekommt man alles, was das europäische Herz begehrt, auch wenn es dort natürlich ein Wenig teurer ist als in einem normalen Geschäft. Nun gut, jetzt habe ich so viel über meinen Feierabendseinkauf geschrieben, dass ich mich jetzt auch gleich mal auf den Weg dazu machen muss.