Jedes Jahr im April. Weiß-purpur überall - Symbolfarben. In diesen Tagen wird im ganzen Land an den Genozid vom April 1994 gedacht. Ich habe keine Vorstellung davon, lebe aber täglich mit Menschen zusammen, die Schreckliches in dieser Zeit erlebt haben. Die Leute reden nicht einfach so mit dir darüber. Viele möchten und können sich nicht erinnern. Erst recht nicht in Gegenwart eines Muzungus. Wir saßen letztens zusammen, u.a. auch ein Ruander. Wir haben "Shooting Dog" gesehen. Nachdem ich herausgefunden habe, warum der Film diesen Titel trägt, konnte ich nicht mehr. Ich habe mich in die Küche zurückgezogen. Der Ruander guckte sich den Film bis zum Schluss an.
Als Deutsche kennt man ja seine eigene Geschichte. Aber die scheint für mich lange her, in einem Deutschland, dass ich nie kennengelernt habe. Hier in Ruanda werde ich mit jüngster Geschichte konfrontiert und mit den Schicksalen - die sind ganz nahe um einen herum, Tag für Tag. Verurteilungen bei Dorfgerichten, an denen man vorbeifährt,Waisen, Aids...
Trotz allem scheint mir in der jungen Generation eine beflügelte Hoffnung in die Zukunft zu existieren.
HOPE - das Zauberwort.
Mit Hoffnung schreitet das Land der Vision 2020 entgegen. Ob da alle drauf hoffen können...?
Trotz allen Schwierigkeiten, mit denen das Land zu kämpfen hat, so leicht zerbrechlich es auch sein möge, es hat alle Chancen und ich wünsche sie ihm!!!
Genug gesagt zu Dingen, die ich nicht begreifen kann - zu meinem Glück! Denn das ist es doch, was darüber entscheidet in welcher Zeit und an welchem Ort wir geboren werden...
Genozid Ruanda ist übrigens nicht nur ein ruandisches Problem... Sieh dir zum Schluss noch diesen Link an:
http://www.polaronline.de/article.php3?id_article=979
Samstag, 9. Mai 2009
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